Pitchen aus 50 Metern: Von der Theorie auf die Driving Range

50 Meter vor der Fahne – kaum eine Distanz sorgt auf der Runde für so viel Unsicherheit. Zu kurz für einen vollen Schwung, zu lang für einen simplen Chip. Genau in dieser Zone, im sogenannten „No Man's Land“, entscheidet sich für viele Amateure, ob aus einem soliden Loch ein Bogey oder ein Par wird. Zeit, die Theorie einmal konsequent auf die Driving Range zu bringen.

Warum die 50-Meter-Distanz so viele Golfer ins Straucheln bringt

Das Problem bei dieser Länge: Ein voller Schwung ist meist zu viel, ein Chip mit wenig Schwung dagegen zu wenig kontrolliert, um konstant die richtige Distanz zu treffen. Ohne klare Technik wird der Schlag zur Wackelpartie – mal zu kurz, mal deutlich übers Ziel hinaus. Dabei lässt sich genau dieser Pitch mit ein paar klaren Eckpunkten erstaunlich zuverlässig machen.

Die Technik: Pitch mit dem SW

Die folgenden Eckpunkte orientieren sich an Danny Maude, einem der bekanntesten Golflehrer aus Großbritannien, der für seine einfachen, gut nachvollziehbaren Erklärungen bekannt ist. Für einen 50-Meter-Pitch mit dem Sandwedge (56 Grad) gilt:

  • Stand: Eng, etwa zwei Schlägerkopflängen breit. Der linke Fuß ist dabei leicht ausgestellt, um den Durchschwung zu erleichtern.
  • Ausrichtung: Leicht offen – Körper und Schlägerblatt zeigen minimal links vom Ziel.
  • Gewichtsverteilung: Der Schwerpunkt liegt auf dem linken Bein, etwa im Verhältnis 60/40. Probiere aus, welche Verteilung sich für dich am kontrollierbarsten anfühlt.
  • Schwunglänge: Ein halber Schwung reicht – ohne zusätzliche Beschleunigung im Durchschwung. Die Distanz kommt aus der Schwunglänge, nicht aus Tempo.
  • Takeaway: Steil statt flach. Der Schläger geht gerade nach hinten hoch (Gefühl bei den meisten: nach außen), statt flach um den Körper herum.
  • Rhythmus: Tik-Tok – ein gleichmäßiges, ruhiges Timing zwischen Rück- und Durchschwung, ohne Hektik am Übergang.
  • Kontrolle im Finish: Ein zuverlässiges Check-Signal: Zeigt der Schaft im Finish auf deine Gürtelschnalle, hast du die Bewegung sauber durchgezogen.

Einzeln betrachtet klingt das nach vielen Details – auf der Range zusammengesetzt ergibt sich daraus aber ein Ablauf, den du nach rund 100 Bällen verinnerlicht hast und der dir in genau dieser tückischen Zone spürbar mehr Sicherheit gibt.

So kannst du deine eigenen Pitches analysieren

Um die Technik wirklich zu verinnerlichen, hilft nichts so sehr wie der Blick auf die eigene Bewegung. Für die Aufnahmen zu diesem Video habe ich mein Smartphone entsprechend vorbereitet – und genau so kannst du es für dein eigenes Training auch machen:

  • Stativ besorgen – alternativ reicht es auch, das Smartphone ans Golfbag oder gegen eine Schlägerhaube zu lehnen.
  • Slow-Motion-Modus aktivieren – so siehst du Details im Takeaway und Impact, die in Echtzeit kaum sichtbar sind.
  • Gute und schlechte Schläge markieren – zum Beispiel mit einer Geste wie Daumen hoch direkt nach dem Schlag. So findest du deine besten (und lehrreichsten) Aufnahmen später im Video sofort wieder, ohne dich durch endlose Clips zu klicken.

Und genau nach diesem Prinzip habe ich die Aufnahmen für das Video gemacht: Theorie kurz erklärt – und dann direkt auf der Driving Range in Zeitlupe überprüft, ob Stand, Gewicht, Takeaway und Finish auch wirklich zusammenpassen. Schau selbst, wie sich die einzelnen Punkte in der Praxis anfühlen und worauf es beim 50-Meter-Pitch wirklich ankommt:

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