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Du willst wissen, wo man am besten Golfen kann? Dann bist Du hier genau richtig. Das Besondere dabei: Golf-Journalist Timo Schlitz (Hcp. 4) war selber vor Ort und hat die Plätze auch wirklich gespielt.

Im Norden Irlands

Auf den Spuren der Links

Eine Reise-Empfehlung für den perfekten Buddy-Trip durch den Norden Irlands.

Strahlender Sonnenschein, Meer und Sandstrand – so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Golfer machen da keine Ausnahme. Mallorca ist beliebt, auch Golfreisen ins spanische Festland oder nach Portugal werden gerne genommen. Besonders wichtig: den deutschen Regentagen ein Schnippchen schlagen. Wir hätten jedoch einen anderen Vorschlag. Eine Sache für echte Männer. Nein, kein Fußball-Abend mit Grillsteaks und Bier. Sondern richtig gute Golfplätze. Bei Regen. Bei Wind. Bei Kälte. Zum Aufwärmen gibt es dann im Clubhaus auch einen 16 Jahre alten Jameson-Whisky.

Die Rede ist von Links-Plätzen, wie sie nur in Großbritannien oder Irland zu finden sind. In Deutschland gibt es eigentlich keine echten Links, eine Ausnahme ist der relativ neue GC Budersand auf Sylt an der Nordseeküste. Doch was macht Links-Golf eigentlich aus?

Echte Links-Plätze sind auf sogenanntem Linksland entstanden. Diese Dünenlandschaft ist der Streifen zwischen Meer und Land und stammt vom englischen Verb "to link" (verbinden) ab. Charakteristisch sind hochstehendes Dünengras, ein sehr salzhaltiger Sandboden mit vergleichsweise wenig Graswuchs und eine Vegetation mit Sträuchern und dunkelgelben Ginster. Da Bäume eher selten sind, fegt der Wind meist ungehindert über die Bahnen. Regenschauer oder große Hitze können Links-Plätzen meist nichts anhaben, alleine die Optik ist bei einem heißen Sommer eine andere.

Wales lässt grüßen

Der kleinste Teil von Großbritannien zählt nur etwas mehr als drei Millionen Einwohner. Dafür gibt es mehr als 200 Golfclubs. Golf.de war im Land des Drachens unterwegs.

Als Bernhard Langer 2014 mit 13 Schläge Vorsprung die Senior Open Championship gewann, war der Deutsche voll des Lobes für Royal Porthcawl, den Austragungsort des Majors: "Um die Grüns hat man so viele Optionen: Man kann putten, aber auch ein Eisen 4, eine 7 oder ein Lob-Wedge verwenden. Man braucht nur die Vorstellungskraft, um zu sehen, wie der Ball laufen wird. Hier kann man jeden Schläger einsetzen, das macht einfach Spaß."

Ähnlich sehen es Greenfee-Gäste, die auf dem bekanntesten Platz von Wales abschlagen. Die 18 Löcher liegen direkt an der Küste, eine Dreiviertelstunde nordwestlich vom Flughafen Cardiff. Nach einem Sandwich im charmant-gemütlichen Clubhaus geht es für unseren internationalen Vierer (Adam aus England, Martin aus Schweden und Vincent aus Holland) auf den windumtosten ersten Abschlag. Links sprühen die Wellen die Gischt in den Sand. Parallel zum Strand verläuft das Fairway. Ein zu starker Hook in den Gegenwind ist tödlich, denn dann startet man gleich mit einem Aus-Ball. Wir brauchten alle ein paar Löcher, um ins Spiel zu kommen, genossen dann aber klassisches Links-Golf: Die Bälle rollen endlos aus, den tiefen Pott-Bunker entgeht man nur mit viel Strategie und die Putts laufen wie auf Glasplatten. 1895 wurden die ersten Neun fertiggestellt, 1909 erhielt der Platz das "Royal", also königlich, im Namen. Diese Ehre genießt in Wales nur noch St. Davids in Harlech.


Persönliche Rangliste

Fünf Golfclubs für die Ewigkeit

Augusta National, Cypress Point und Pine Valley hat jeder Golfer schon gehört. Denn die drei Clubs führen regelmäßig die Top-100-Listen der US-Golfmagazine an. Doch dort abschlagen, ist fast unmöglich. Es gibt aber auch andere großartige Plätze.

  1. Old Course St. Andrews, Schottland
  2. Barnbougle in Tasmanien
  3. Old Head bei Cork in Irland
  4. Oitavos Dunes bei Cascais in Portugal
  5. Nirwana Bali Golf Club, Indonesien

Portugal: Troia

Tróia Golf soll der beste Platz Portugals werden. Die Konkurrenz ist groß, doch Chancen hat der spektakulär gelegene Kurs, entworfen von Robert Trent Jones Sr., durchaus.

Die 18 Löcher sind bereits seit 1980 auf Tróia, der bildhübschen Halbinsel südlich von Lissabon, zu finden. Doch irgendwie verschwand der Platz, eine Mischung aus Parkland und Links, nach der Eröffnung und der Austragung der Portuguese Open ein wenig in der Versenkung. Obwohl er eigentlich eine große Nummer ist. Lage und Design waren schon zu Beginn an erstklassig, allerdings kämpften die Verantwortlichen mit dem Pflegezustand. Außerdem ist die Anreise nicht ganz umbeschwerlich, denn von Lissabon geht es nach Setúbal und dann 15 Minuten mit der Fähre auf die Halbinsel. Das ist zwar durchaus eine schöne Abwechslung, aber beansprucht natürlich auch etwas Zeit.

Von Sydney über Melbourne nach Tasmanien

Down Under: Klasse für sich

Wir fanden einige der weltbesten Golfplätze am anderen Ende der Welt.  

Wer nach einer halben Weltreise am Flughafen von Sydney ankommt und mit dem Taxi in die City fährt, wird mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Die 134 Meter hohe Harbour Bridge, das an den Rücken einer Schildkröte erinnernde Opera House, der übergrüne Botanical Garden und der Blick auf das Meer lassen die lange Anreise schnell vergessen. Nach dem überstandenen Jet-Lag haben wir uns mit den Golfplätzen befasst.

Ein guter Start ist The Lakes, denn der exzellent gepflegte Kurs ist von der Stadtmitte in rund einer halben Stunde Autofahrt erreichbar. Nach dem umfangreichen Re-Design durch den auf der US PGA Tour spielenden Profi Geoff Ogilvy und Architekt Michael Clayton bietet sich Ihnen ein Kurs mit großem Spaßfaktor und reichlich Abwechslung. Das Highlight in Sydney ist schließlich der New South Wales GC. Der 1928 von Alister MacKenzie entworfene Kurs zählt zu den ganz großen Plätzen von Australien und ist regelmäßig in den Top-100-Listen von Golf Digest und Golf Magazine zu finden. Die 18 Löcher in der Botany Bay liegen im Südosten von Sydney - daher bietet sich ein Hotel an einem der Stadtstrände wie Bondi Beach an. Zumal der Kontrast der Gegenden wirklich beeindruckend ist: Während man sich im Central Business District (CBD) mit dem Großstadtleben anfreundet, ist an den Stränden Surfen, Schwimmen und Joggen auf den wunderbar angelegten Costal Walks (meist auf breiten Holzplanken) angesagt.

Ein (Geheim-)Tipp: Die nur wenige Minuten entfernt liegenden Strände von Tamarama und Bronte sind deutlich kleiner und weniger frequentiert als Bondi mit seinen zahlreichen Restaurants und den weltbekannten Iceberg Pools. Das Seafood - von Riesengarnelen über Jakobsmuscheln bis zu Austern - ist übrigens sowohl in der Stadt als auch am Strand überragend.


Golfplätze und Clubs generell

Wann wird ein Golfclub zur Marke? Nur dann, wenn wirklich alles passt. Davon sind wir bei den meisten Anlagen in Deutschland und Österreich allerdings ziemlich weit entfernt. Eine kritische Betrachtung.

Ja, es gibt sie. Die großen Namen, nach denen sich der Golfer verzehrt. Die Club, die auf den sogenannten „Bucket Lists“ internationaler Vielspieler stehen. Diejenigen, die in den Top-100-Listen internationaler Magazine angepriesen werden. Anlagen, die als Wallfahrtsorte, als sportliche Herausforderung, als großer Genuss gelten. St. Andrews, Pebble Beach, Augusta National. Die Schauplätze von Majors. Ryder-Cup-Kurse wie Valderrama, auf denen die Sportlichkeit zelebriert wurde.